10:00 Berlin, Umweltforum.
Heute und morgen findet in Berlin ein Workshop der Stiftung für Entrepreneurship in Berlin statt. Ich werde an beiden Tagen teilnehmen und versuchen so weit es geht live zu bloggen. So wie es aussieht, werden nicht viele Blogger über das Event berichten, Laptops sind kaum zu sehen. Nach der Anmeldung kleben die Teilnehmer einen farbigen Punkt auf ihr Namensschild um zu kennzeichnen, zu welcher der vier Gruppen (Gründer mit unausgereiftem Konzept, Gründer mit ausgereiftem Konzept, Investoren und Berater) der Teilnehmer sich zählt. Gute Idee!
Als Einführungslektüre für den Workshop wurde "Erfolgreich gründen - der Unternehmer als Künstler und Komponist empfohlen".
Hier ein Auszug aus der Zielsetzung des Workshops:
"Der Workshop bietet den Teilnehmern Gelegenheit, „konzept-kreative“ Gründungen kennen zu lernen und selbst anhand erprobter Techniken an solchen Konzepten zu arbeiten. Wir werden Ihnen Gründer vorstellen, die sich bereits mit Erfolg im Markt bewegen. "
10:15 das akademische Viertel wurde eingehalten - und so langsam könnte es losgehen.
Zuerst wird Prof. Faltin, der Gründer der Stiftung (siehe Entrepreneurship.de) und eines eigenen Unternehmens über "Entrepreneurship für Alle" reden. Tagline ist "Im Moment noch eine Vision, aber zum Greifen nahe".
Prof. Faltin führt in seine Philosophie für erfolgreiche Gründer ein:
"Keine Korrelationen zwischen bestimmten Merkmalen und Erfolg",
"Man muss kein guter Manager sein", "Man muss kein Kapital haben".
Try, fail
Try, fail
Try, succeed
Erster Teil: Entpreneurial DesignSuccess factors for Start-Ups: drei Komponenten bilden die Basis für den Erfolg eines Unternehmens. Die Verbindung zwischen raw material (Neue Technologien, Erfindungen) und dem Markt, wo über ökonomischen Erfolg oder Misserfolg entschieden wird (business administration, Wettbewerb) bildet das
Entrepreneurial Design - was Prof. Faltin als die Entwicklung und die Verfeinerung eines Geschäftsmodells definiert.
"Entrepreneurs are change agents.
They are the individuals who bring new technologies
and new concepts into active commercial use"
(Lester Thurow)
Was muss gutes
Entrepreneurial Design leisten?
- klare Marktvorteile herausarbeiten
- einen Vorsprung vor Imitatoren sichern
- vor technologischer Obsoleszenz schützen
- vor wirtschaftlicher Obsoleszenz schützen
- mit möglichst wenig Startkapital auskommen ("Not macht erfinderisch")
- Marketing als Teil des Entrepreneurial Design ansehen
Prinzipien eines High Potential
Entrepreneurial Design- Skalierbarkeit (im Gegensatz zu dem Einsatz der Arbeitsleistung eines Freiberuflers, Arzt oder Consultant)
- Einfachheit
- Risikominimierung. Hier meint Prof. Faltin, dass die Annahme, dass ein Unternehmer Risiken eingehen muss ", radikal falsch" ist. Man bewegt sich als Unternehmer ja schon in risikoreichem Gelände bewegt, also muss das Ziel Risikominimierung sein.
The
bohemian way of Entrepreneurship:
- Looking at the initial idea from as many perspectives as possible
- Try new combinations
- Use new technologies (but beware of technology fascination)
- Enjoy the fun and excitement
- See art as a marvellous source of new perspectives
- Let your imagination flow and excel
(The bohemian life: "lifestyles of marginalized and impoverished artists, writers, musicians and actors
in major European cities.", from Wikipedia)
Zweiter Teil: Arbeitsteilung
Prof. Faltin meint, dass viele Start-Up Berater Gründern empfehlen, sich in ein weites Feld an Wissensgebieten einzuarbeiten (Finanzen, Recht, Management, Marketing).
Dagegen stellt er ein Konzept für unternehmerische Kompetenzen (Bewusstsein für neue Trends, Kreation und Umsetzung neuer Konzepte, Motivation und Enthusiasmus im Unternehmen fördern und als letzter Ausweg das Lösen schwieriger Probleme).
Dorothée scheitert an der Bilanzanalyse
Aber: Wie kann ein Unternehmer Qualifikation beurteilen, wenn er selber nicht über die einschlägigen Fachkenntnisse verfügt?
Antwort: durch Empfehlungen und Vergleiche
schnell zu einer Entscheidung zu kommen.
Als Zusammenfassung schlägt er auf der nächsten Folie vor: Als Entrepreneur muss man an seinem Unternehmen arbeiten, nicht notwendigerweise im Unternehmen.
Dritter Teil: Komponenten
"Concentrate on creating a good business model". Viele andere (begleitende) Funktionen sind einfach auszulagern (Einkauf - über standardisierte Märkte, Börsen, Bürodienstleister nutzen, Verwaltung und Rechnungswesen abgeben, Versand - abgeben). Er gibt hier ein Beispiel der RatioDrink AG.
Was macht dann der Entrepreneur? Sich auf das Geschäftsmodell konzentrieren; und auf die "Konzertierung" der verschiedenen ausgelagerten Funktionen. Schliesslich muss er sich in der Öffentlichkeit bemerkbar machen.

11:40: Pause.